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Metamorphosis

Band 4 des Terranis-Zyklus

Sci-Fi – Cyberpunk – Roman
Veröffentlichung: 06.02.2019
391 Seiten, Taschenbuch/ebook
KDP-ISBN: 978-1795090803 

Coverdesign: Vincentius Matthew Djaya
Logodesign: Johannes Fischer

Devon und sein Team entkommen im letzten Moment dem brutalen Terranisagenten Pax, bezahlen bei ihrer Flucht aus der Kriegshölle von Kalkutta jedoch einen hohen Preis. In ihrer ausweglosen Lage suchen sie Schutz bei Walkers zwielichtiger Schwester, die jedoch ihre eigenen Pläne verfolgt …

Während Nyx, infiziert mit einer parasitären künstlichen Intelligenz, um die Vorherrschaft über ihren Verstand kämpft, sucht der Rest des Teams verbissen nach dem mysteriösen Mastermind hinter Terranis. Eine geheime Forschungsstation, bei deren Infiltrierung sie die letzten Grenzen der Moral hinter sich lassen, bringt sie auf die Spur eines geplanten Attentats auf den Weltrat.

Um das zu verhindern, ist Devon gezwungen das größte aller Opfer zu bringen. Doch die Zeit verrinnt erbarmungslos, und Pax und seine Agenten bereiten den finalen Schlag gegen das Team vor.

Leseprobe

1 – Überzeugungen

Kalkutta – Indien

 

Der Panzerwagen rollte knirschend durch die Hölle Kalkuttas. Brennende Wracks warfen ihr bedrohliches Leuchten auf die düstere Kulisse des Krieges, der unentwegt in den Straßen der Stadt tobte. Schatten zuckten über zerbombte Fassaden und zerstörtes Kriegsgerät. Tote Rebellen und Soldaten des Ratsheeres lagen Seite an Seite in den Straßengräben, die Waffen immer noch fest umklammert. Plünderer und verstreute Einheiten beider Parteien flohen wie nachtscheue Tiere vor den flackernden Scheinwerfern des Wagens.
Der Motor stotterte und die Überreste des zerfetzten Hecks klapperten bei der kleinsten Bodenunebenheit. Niemand sprach. Phobos’ Tod hing wie ein schalldichter Vorhang zwischen ihnen. Nur Akra, der mit ihm eine Vaterfigur verloren hatte, vergoss stille Tränen.
»Ist er tot?« Rees Stimme knisterte wie eine schwache Übertragung in Nyx Kopf.
Jetzt, da die Wirkung des Adrenalins allmählich nachließ, drängte sich die künstliche Intelligenz wieder in den Vordergrund. Nyx spürte die Maschinenpräsenz in ihrem Kopf wie einen Fremdkörper, dessen Ecken und Kanten an ihrem Verstand kratzten. Sie schwieg.
Der Mann, der ihr die KI eingepflanzt hatte, lag zu ihren Füßen auf dem kalten Kunststoffboden des gepanzerten Wagens. Für ihn gab es keinen Neustart, keine Reserveleben und keinen Speicherpunkt, an dem er wie in einer Zone wiederauferstehen würde. Widersprüchliche Emotionen stiegen in ihr hoch, als ihr Blick die Umrisse seiner Leiche nachzeichnete. Sie war hin- und hergerissen zwischen Dankbarkeit und Enttäuschung, Bewunderung und Abscheu, Trauer und Zorn.
Jetzt, da er mit diesem farblosen, eingefallenen Gesicht und dem zerfetzten Bein vor ihr lag, erkannte sie, dass er sein gesamtes Leben einen Kampf im Verborgenen geführt und dabei die Bedeutung von Vertrauen vergessen hatte. Erschrocken stellte Nyx fest, dass sie einander ähnlicher gewesen waren, als sie es sich eingestehen hatte wollen. Je länger sie ihn ansah, desto mehr Parallelen sah sie.
In diesem Durcheinander aus Gefühlen und Überlegungen traf sie die Gewissheit, dass er ihr sein größtes Werk hinterlassen hatte: Ree. Nyx trug seine Schöpfung in sich und das machte ihr Angst.
Sie blickte auf und sah in verwundete, trauernde, erschöpfte Gesichter. Ihre Blicke wichen einander aus. Sethis Gesichtszüge wirkten hinter dem Lenkrad wie gemeißelt. Sie fuhr einfach weiter geradeaus.
Nyx wollte diese schreckliche Stille beenden, fand aber nicht die Kraft dazu. Sie wandte sich ab und sah aus dem Fenster. Soweit das Auge reichte, sah sie nur Zerstörung und Tod. Sie bezweifelte, dass Gerechtigkeit so aussah. Kalkutta hatte sich zu einer von vielen Bühnen eines verborgenen Machtkampfes verwandelt. Der Krieg war ein vom Tribunal unter der Regie von Terranis produziertes Schauspiel. Sie opferten bereitwillig Millionen Unschuldige in einem perfiden Spiel aus Intrigen und Täuschung, bei dem alle glaubten, für eine gute Sache zu kämpfen, auf der richtigen Seite zu stehen. Doch dabei handelten sie alle nur nach dem Drehbuch.
Sethi brachte den Wagen mit knirschenden Reifen zum Stehen. Ihre Hände krallten sich um das Lenkrad. »Und was jetzt?«
Der Motor ratterte seinen sterbenden Takt in die folgende Stille. Alle Blicke richteten sich auf Devon, der schweigend dasaß und sein schwer angeschlagenes Gesicht von jeglicher Regung befreit hatte.
»Wir sollten zur Vulture zurückkehren und dieses Land so schnell wie möglich verlassen.«, sagte er ruhig.
Akra räusperte sich und schrumpfte in seinem Sitz zusammen.
»Was ist los?«, fragte Devon.
»Ich fürchte, euer Gleiter ist nicht mehr da.«
»Was?«, entfuhr es Walker.
»Er will damit sagen, dass euer Gleiter weg ist.«, sagte Nimali mit einem spitzen Unterton in ihrer Stimme. »Unsere Leute haben ihn.«
»Scheiße, könntet ihr uns bitte erklären, was das zu bedeuten hat?«, entgegnete Walker gereizt.
»Nachdem ihr uns laufen gelassen habt und mit Akra verschwunden seid, haben wir uns den Gleiter gekrallt.« Nimali warf Walker ein siegessicheres Lächeln zu. »Wir haben ihn zum General gebracht. Er wird in diesem Augenblick für den nächsten Kampf einsatzbereit gemacht.«
»Welcher General?«, fragte Sethi.
»General Kumara Tapesh.«, antwortete Akra. »Er ist Anführer der Rebellion in Kalkutta. Angeblich war er ein General der indischen Armee, bevor sie wie alle nationalen Streitkräfte ausgehungert und größtenteils durch Einheiten des Ratsheers oder Söldnertruppen ersetzt worden war.«
»Ja, dank seiner Führung konnten wir diese Scheiß-Imperialisten empfindlich schlagen.« Nimali reckte ihre spitze Nase stolz hoch. »Er hat die Rebellion organisiert und uns zu einer Armee geformt.«
»Okay, nochmal von vorne.« Walker schüttelte den Kopf. »Eure Leute haben unseren Gleiter? Wie konnte das denn geschehen? Ich dachte …«
»Er wäre dort sicher?« Nimali machte ein mitleidiges Gesicht und grinste überlegen. »Phobos hat euch reingelegt.«
Akra warf Nimali einen zurechtweisenden Blick zu und hob dann beschwichtigend die Hände. »Es war seine Idee. Er hat uns die Zugangscodes für den Gleiter gegeben. Wir mussten dem General schließlich eine Geschichte auftischen, sonst hätte er uns niemals gehen lassen.«
»Toll!«, brummte Walker, doch seine Stimme hatte seit dem letzten Kampf deutlich an Schärfe verloren. »Wir sitzen also in diesem Drecksloch fest!«
»Was habt ihr ihm erzählt?«, fragte Devon ruhig.
Akra seufzte. »Offiziell gingen wir einem Hinweis nach, wonach irgendwo in der Stadt der beschädigte Gleiter eines Ghostteams runtergegangen sein sollte. Ich schlug vor, uns die Sache anzusehen. Ein solcher Fund sei zu wichtig, als dass wir den Hinweis ignorieren könnten.«
»Und der General hat den Einsatz genehmigt?«
»Er war misstrauisch, aber da die nächste Offensive gerade erst in Planung war, hat er zugestimmt.«
»Und weiter?«, fragte Devon.
»Ich weiß nicht, ich war ja nicht dabei, als sie zum General gegangen sind.« Kurz flackerte Akras Zorn auf, ebbte aber sofort wieder ab »Der Plan war, ihm zu erklären, dass wir die Spuren des Ghostteams verfolgt, sie aber in der Stadt verloren hätten. Dafür wollten wir ihm den Gleiter als Beweis bringen. Phobos hätte bekommen, was er wollte und wir wären auch fein raus gewesen.«
»Er hat wohl nicht damit gerechnet, dass wir ihn noch einmal brauchen würden.«, sagte Sethi resigniert.
»Wie auch immer.«, sagte Devon. »Wir brauchen einen Gleiter.«
»Ich nehme nicht an, dass die uns unser Schätzchen wiedergeben.«, gab Walker zu bedenken.
Nimali stieß ein knappes, bellendes Lachen aus. »Vergesst es. Der Gleiter gehört jetzt uns. Wir brauchen ihn für den nächsten Angriff.«
Devon sah Akra an. »Wo ist die Vulture jetzt?«
»Wahrscheinlich beim Kommandoposten, nördlich von hier.«
»Akra!« Nimali warf ihrem Kameraden einen wütenden Seitenblick zu.
Er ignorierte sie. »Ein Großteil der verbliebenen Truppen des Ratsheeres, des indischen Militärs und der lokalen Polizei haben sich nördlich des Stadtzentrums im Vorort Dum Dum verschanzt. Sie nutzen den Flughafen als Basis und fliegen regelmäßig Luftangriffe auf unsere Stellungen. Seit Tagen halten sie sich dort hartnäckig.«
»Vielleicht finden wir einen anderen Gleiter.«, sagte Nyx, ohne selbst davon überzeugt zu sein.
»Pah.«, entkam es Nimali. »Glaubst du, hier stünden Gleiter auf jedem Hausdach oder was? Ihr seid hier in Kalkutta. Hier sind Gleiter eine Rarität. Entweder die Armee hat sie sich unter den Nagel gerissen oder wir.«
»Ich beginne sie zu hassen.«, sagte Walker und diesmal lag kein Humor in seiner Stimme. Sein Blick traf Nimali hart, aber sie hielt ihm stand.
»Keine Sorge, ich kann euch auch nicht leiden.«
»Ist uns nicht entgangen.«
»Haltet die Klappe!«, ging Devon dazwischen. Er sah Akra an. »Kann man mit dem General vernünftig sprechen?«
»Nicht in diesem Fall.« Akra schüttelte den Kopf. »Er wird euch die Geschichte nicht abkaufen. Ich glaube sie ja selbst kaum.«
»Außerdem brauchen wir jede Lufteinheit, die wir kriegen können.«, fügte Nimali schnell hinzu. Sie schien zu ahnen, wohin dieses Gespräch führte. »Die Armee besetzt den Flughafen und nutzt ihre Luftüberlegenheit aus. Wir haben nur wenige Gleiter und diese sollen während eines letzten großangelegten Angriffs gegen die Stellungen der Imperialisten eingesetzt werden. Der General wird euch die Vulture nie überlassen.«
»Dann müssen wir sie stehlen.«, sagte Nor.
»Seid ihr verrückt geworden?« Zorn explodierte in Nimalis Augen. »Das ist Verrat an unserer Sache. Bei so etwas mache ich nicht mit.«
»Wir müssen dieses Land so schnell wie möglich verlassen.«, sagte Devon. »Es ist äußerst wichtig.«
»Ach und unser Kampf ist unwichtig oder wie? Ich habe euretwegen schon genug Probleme am Hals.«
»Euer Kampf ist zwecklos.« Nor fixierte die junge Inderin mit seinem eisigen Blick. »Es wird sich nichts ändern, außer der Zahl der Toten, die ihr begraben müsst.«
»Was weißt du schon davon?«
Nor sah sie wie ein naives Kind an, das die Welt nur durch die Scheibe eines Monitors kannte.
»Nimali.« Akra legte ihr eine Hand auf die Schulter und riss sie von Nors eisgrauen Augen weg. »Diese Leute können uns helfen.«
»Wie sollen die uns helfen?«, sie zeigte mit einer Geste der Verachtung auf die Gruppe.
»Das ist eine lange Geschichte. Ich werde sie dir später erzählen, aber jetzt musst du mir vertrauen.«
»Ich habe dir schon einmal vertraut und wurde dafür von denen niedergeschossen.«
Akra hielt dem Zorn in ihren Augen stand und seufzte. »Wieso bist du dann gekommen, wenn du mir nicht mehr vertraust?«
»Einen Kameraden lässt man nicht im Stich.«
Sie gab sich taff, doch Nyx hatte das Gefühl, dass da mehr war. Der Satz wirkte aufgezeichnet, als hätte sie nur darauf gewartet ihn abspielen zu können. Es folgte eine Unterhaltung auf Indisch, die Nyx nicht verstand. Neben ihr stöhnte Walker leise. Er wollte es vor den anderen verbergen, doch ihr entging es nicht. Sie warf ihm einen sorgenvollen Blick zu. Als er das sah, verzog er das Gesicht zu seinem patentierten Lächeln. »Alles in Ordnung, Kleine?«,
»Dasselbe wollte ich dich gerade fragen.«
»Keine Sorge, ist nur ein leichter Blechschaden.«
Devons künstlichen Sinnen entging das Gespräch nicht. Er tastete Walker mit einem kritischen Blick ab. »Was ist los, Garreth?«
»Scheiße, ich sag‘ doch, dass es nur ein paar Blechschäden sind.«
»Garreth!« Devons Stimme war hart wie Stahl.
»Sind nur ein paar Organe ausgefallen, nichts weiter.«, brummte Walker vor sich hin. »Das wird schon wieder.«
»Ach, wenn es weiter nichts ist.«, spottete Devon und beugte sich dann vor. »Welche Organe?«
»Eineinhalb Lungenflügel, Nieren, Leber, ich glaube, die Verdauung ist auch hinüber. Ansonsten läuft alles prima.«
Nyx hielt den Atem an. Einen Augenblick lang hoffte sie, das wäre wieder nur einer seiner schlechten Scherze. Als sie ihn jedoch ansah, wurde ihr klar, dass es keinesfalls komisch gemeint war.
Devon fuhr sich durch den dichten Bart, wobei er Walker nachdenklich besah. »Hältst du durch?«
Walker grinste schief. »Nur wenn ich bald etwas Hochprozentiges in die Finger bekomme.«
Devon hielt mit dem ehemaligen Detective den Zeigefinger unter die Nase. »Wehe du machst schlapp. Ich verbiete es!«
»Jawohl, Sir!« Walker salutierte mit dem rechten Arm. Ein Finger war zerfetzt, ein anderer zuckte unkontrolliert. Nyx kam bei seinem Anblick nur ein Begriff in den Sinn: Totalschaden.
»Gut so.« Devon nickte und kramte ein freundschaftliches Lächeln aus seinen letzten Reserven hervor. »Gestorben wird nur mit meiner Erlaubnis.« Er wandte sich an die Rebellen. »Könnt ihr uns zur Vulture bringen?«
»Ihr wollt den Gleiter doch nicht wirklich stehlen?«, fragte Nimali.
»Es ist kein Stehlen, wenn er bereits uns gehört.«, warf Walker ein.
»Wir haben keine andere Wahl.«, sagte Devon.
Nimali warf einen vernichtenden Blick in die Runde. »Akra, du hast behauptet, sie wären auf unserer Seite.«
»Das sind sie auch.«
»Aber sie wollen uns den Gleiter wegnehmen. Wir hatten eine Abmachung mit Phobos.« Nimali gestikulierte zornig. Ihre Stimme wurde immer schriller. »Wir brauchen für den Angriff jede Unterstützung, die wir kriegen können. Es geht hier um das Leben unserer Kameraden.«
Akra zögerte.
Ein Ausdruck von Enttäuschung huschte über Nimalis Gesicht. »Wenn sie wirklich auf unserer Seite stehen, sollten sie uns bei dem Angriff unterstützen.«
»Wir haben keine Zeit für euren belanglosen Konflikt.«, sagte Nor so kalt, dass die Luft zwischen ihm und Nimali praktisch gefror.
Die Rebellin sog die Luft scharf ein. »Belangloser Konflikt?«
»Nimali, bitte.« Akra berührte ihre Schulter. »Hier geht es um mehr.«
Devon beobachtete den Streit aufmerksam und drehte Nyx dann beiläufig den Kopf zu. »Gib mir das Medipack.«
Sie verstand den Grund zwar nicht, gab ihm aber das Paket. Er nahm es rasch an sich, belud den Injektor und kletterte nach vorne. Dann ging alles furchtbar schnell. Mitten im Streit packte Devon Nimali am Arm und jagte ihr eine Injektion in den Körper. Sie stieß einen indischen Fluch aus, wich zurück und schlug um sich, doch ihre Bewegungen wurden rasch schwächer. Mit anklagendem Blick brach sie in Akras Armen zusammen.
»Was hast du getan?«, fragte er entsetzt und hielt seine Kameradin wie eine zerbrechliche Porzellanpuppe fest. Eine Sekunde später hatte er den kalten Lauf der Wolve an der Stirn.
Devon kam mit dem Gesicht nahe an ihn heran. »Sie wird ihre Meinung nicht ändern. Wir brauchen die Vulture und du wirst uns dabei helfen, sie zu bekommen. Verstanden?«
Akras Augen zuckten zwischen dem Lauf und Devon hin und her. »Ihr erwartet von mir, dass ich meine eigenen Leute verrate.« Tränen sammelten sich in seinen Augenwinkeln. »Das ist nicht fair.«
»Die Realität ist nicht fair!«, entfuhr es Devon. Einen Augenblick später hatte er sich wieder unter Kontrolle. Er senkte die Wolve und wählte einen beschwörenden Ton. »Wenn du ernsthaft etwas verändern willst, musst du uns helfen. Phobos soll nicht umsonst gestorben sein.«
Akra sah seine bewusstlose Kameradin an. In ihm tobte ein Krieg wie auf den Straßen der Stadt. Nyx konnte nur erahnen, wie schwer ihm die Entscheidung fiel, die doch nicht seine eigene war – Devon würde ihn wenn nötig zwingen.
Akra warf Phobos’ Leiche einen Blick zu, dann wieder Nimali. In seinen großen, tränenden Augen erkannte Nyx, wie wichtig ihm die Frau war.
»Nein, ich werde meine Kameraden nicht im Stich lassen!« Er schüttelte entschlossen den Kopf. »Ich mache nicht denselben Fehler wie Phobos und fliehe wie ein Feigling, um mich mein restliches Leben lang zu verstecken.«
Nyx beobachtete besorgt, wie sich die Finsternis hinter Devons Augen rührte, eine gefährliche Bestie, bereit auszubrechen. Der Anblick machte ihr Angst. Für einen Moment schickte er seinen Blick nach draußen, als ob er ihn an der Dunkelheit der Nacht kühlen wollte.
»Ihr habt doch gesehen, wie es um Kalkutta steht, welche Zustände im gesamten Land herrschen.«, rief Akra. »Es mag ja sein, dass dieser ganze Krieg nur ein Konstrukt einiger Größenwahnsinniger ist, aber deswegen ist er nicht weniger real oder notwendig. Ich bin in diesem Elend aufgewachsen, sehe es jeden Tag, sehe wie Kinder an harmlosen Krankheiten sterben oder einfach verhungern, während andere Slimpills nehmen, damit sie nicht fett werden von all dem Überfluss.«
Devon verbarg sein Gesicht vor Akras Blicken. Die anderen schwiegen. Sie überließen die Entscheidung ihrem Anführer, dem ehemaligen Major.
»Dieses Land ist krank, die ganze Welt ist krank. Aber auch wenn Tribunal und Terranis die Auslöser sind, so kämpfen wir hier doch wenigstens gegen die Symptome dieser Krankheit an, statt nur zuzusehen, wie sie uns umbringt.« Akra sah Nimali gleich zärtlich an wie seine Finger über ihre kurzen Haare strichen. Er blickte auf. »Ich weiß nicht viel von euch, aber ich weiß, dass ihr auf unserer Seite steht, auf der richtigen Seite. Helft uns bei diesem Angriff und Kalkutta gehört den Rebellen. Der General wird sich sicher dankbar zeigen.«
Eine unnatürliche Stille folgte seinen Worten. Nyx wollte etwas sagen, als Devons Blick zurück in den Wagen fand. Die Finsternis hatte sich verzogen. Er sah Akra in die Augen. »Du hast Recht. Wir werden euch unterstützen.«
Mit dieser Antwort hatte niemand gerechnet, nicht einmal Akra.
»Das ist doch wohl nicht dein Ernst.«, sagte Walker.
Nor verzog das Gesicht, als hätte er etwas Verdorbenes gegessen.
»Es ist das Richtige.«, sagte Devon und sah seine Kameraden der Reihe nach an. »Vertraut mir.«

Der gesamte Terranis-Zyklus

Incubatio

Band 1

380 Seiten

Dezember 2016

Expansum

Band 2

390 Seiten

Juli 2017

Mutatio

Band 3

367 Seiten

April 2018

Metamorphosis

Band 4

392 Seiten

Februar 2019

Homo Novus

Band 5

~374 Seiten

Juli 2019

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